UND/I
29.Nov -10.Dez 2025 – Villach/Beljak
schau.Räume_regional veranstaltete 2025 in (leerstehenden) Geschäftsräumen in Villach Performances, Installationen und Gespräche zum Thema Postmigrantisch. Postmuslimisch. Postbalkan.
Das sind keine Labels – das sind Ansagen. Diese stehen für Lebensentwürfe, die sich nicht auf Herkunft, Religion oder Migrationsgeschichte reduzieren lassen. Sie entstehen aus all dem – aber bleiben nicht darin stecken. Diese Begriffe brechen Erwartungen. Sie unterlaufen Kategorien, fordern neue Erzählungen. Sie öffnen Räume für Widerspruch, für Ambivalenz, für ein Selbstverständnis, das sich nicht erklären oder rechtfertigen muss. Es verweist auf eine Gesellschaft in Bewegung. Mit dem Titel: UND/I lud schau.Räume dazu ein, Gesellschaft neu zu denken – als etwas Bewegliches, als Miteinander, das sich in Sprache, Erinnerungen und Erfahrungen immer wieder neu formt. Pro Abend wurden drei Auf.Führungen zu ca. 80 Minuten angeboten. Guides führten durch die Räume, sie wurden innerhalb von Biografischen Storytelling mit einer einjährigen Vorlaufzeit auf ihre Tätigkeit als Guides vorbereitet. Alle Räume waren möglichst barrierefrei zugänglich. Assistenzangebote und barrierefreien Materialien gab es auf Anfrage. Diese Veranstaltung eröffnete Perspektiven jenseits von Herkunftsfolklore und Integrationsrhetorik und schaffte Räume für Zugehörigkeit, Erinnerung und Handlungsspielraum.
Räume & special guests
Zwischen Leerstand und Öffentlichkeit entstehen performative Räume – Orte für Erinnerung, Begegnung und Auseinandersetzung:
haček.Raum: Ein Amt für Sonderzeichen. Geschichten über Namen, Zuschreibungen und das Recht, sich selbst zu benennen. Gestaltung: Marie Lenoble
Y(o)U.Raum: Nostalgische Objekte und Erinnerungen einfach konserviert. Eine Installation über Verlust, Zugehörigkeit und Wiederaneignung. Gestaltung Barbara Ambrusch-Rapp und Anita Tunjić. Zusätzlich gibt es Lesungen
Special Guest: Lesung aus Toxische Pommes “Ein schönes Ausländerkind” mit Gertrud Reiterer-Reményi
Special Guest: Lesung Davor Stojanovski “Würde ich ein Tagebuch schreiben, wäre das meine Autobiografie”
traum.Raum: Eine von Träumen inspirierte Hip-Hop-Rap-Station, eingebettet in postmigrantische Lebenswelten. Gestaltung: Jasmin Donlic mit
Student*innen der AAU aus zwei Lehrveranstaltungen: “Spaghetti, Strudel & Sarma: Transnationale Lebensgeschichte, Zugehörigkeiten und
Erinnerungen im Alpen-Adria-Raum” sowie “Hip-Hop Education in der postmigrantischen Gesellschaft” – beide mit partizipativem Schwerpunkt.
Special Guest: Rapperin und Singer-Songwriterin AZRA
Special Guest: Jasmin Donlic und Katrin Ackerl Konstantin
verein.ter Raum: Eine Kooperation mit Vereinen wie Salam Oida, EqualiZ und Radio AGORA. Der Raum wird zum Forum gegen Rassismus, für Empowerment und gesellschaftliche Teilhabe.
Special guest: EqualiZ
Special guest: Salam Oida mit Asma Aiad
Special guest: Radio AGORA sendete live.
verander.Raum: Lectures und Gespräche mit Jasmin Donlic und Erol Yildiz über postmigrantische und postmuslimische Generationen, mehrheimisch und Heimat.
Special Guest: Erol Yildiz “Heimat sind wir”
Special Guest: Jasmin Donlic “Postmigrantische postmuslimische Generation”
transtopische_Teppich.Räume: Eine Installation im Innen- und Außenraum, inspiriert von Azra Akšamija, Tunay Önder und Erol Yildiz. Seile verknüpfen sich und gehen dieser Idee nach und werden zu einem Netz aus Verbindungen. Gestaltung: Marie Lenoble.
kahva.Raum: Ein Ort des Ankommens und Austauschs. Hier endet jede Auf.Führung – Kahva, Gesprächen und Musik. Gestaltung Ajla Brajević-Ðonlić.
Vorbereitend von Juli-Oktober 2025 gab es: Spiel.Raum & schau.Räumchen
Eine Intervention im öffentlichen Raum auf Basis des Kinderbuchs „Die Neuen“ von Susanne Isern und Sonja Wimmer (Karl Auer Verlag), das sich mit Abschiebung und Inklusion beschäftigt. Figuren aus dem Buch erscheinen als Maskenfiguren in drei Interventionen: Die ersten beiden Teile fanden bereits im Juli: „Landen“ an der Drau und Oktober: „Ankommen“ in der Stadt, statt. „Bleiben“ wird mit Schüler:innen aus dem Gymnasium Villach St. Martin in einem Schulworkshop am 22. Januar 2026 beendet.
Regie: Katrin Ackerl Konstantin | Assistenz: Mitch Münzer, Rosalia Kopeinig
Performer:innen: Barbara Ambrusch-Rapp, Amalia Contarini, Martina Konrad, Maria Leeb, Anita Winkler.
Eine Zusammenarbeit mit der integrativen Tanztrainingsgruppe Freak out der Lebenshilfe Ledenitzen.
UND/I entfaltet sich in einer Zeit, in der Grenzen neu gezogen werden – kulturell, politisch, geografisch. Doch dazwischen entstehen Räume, die verbinden statt trennen: Orte für Dialog, Reflexion und solidarisches Handeln. Das Projekt versteht Migration nicht als Ausnahme, sondern als Normalität, die unsere Gesellschaft prägt. Es macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt und fragt, wie Zusammenleben unter pluralen Bedingungen gestaltet werden kann.
Team
Künstlerische Leitung: Katrin Ackerl Konstantin
Konzeption & Forschungsleitung: Jasmin Donlic (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt)
Produktionsleitung: Gertrud Reiterer-Reményi
Biografiearbeit: Rosalia Kopeinig, Gertrud Reiterer-Reményi
Szenografie: Marie Lenoble
Technik: Philip Kandler
Guides: Jasmina Deljanin-Hudelist, Eszter Drienyovszki, Enis Husić, Daria Jadreškić, Carolina Jakubovič, Ildikó Kovács, Margarita Kuzova, Gerda Pistrick, Sophia Romanov, Anita Tunjić, Kristina Vojinović
PR: Isabel Brugger, Mitch Noah Münzer
In Kooperation mit dem Integrationsbüro Villach und dem Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt/Celovec.
Besonderer Dank an: Alim Görgüly, Karin Eder, Senada Mustafić, Olga Krainer, Ulrike Reinprecht, Fleischerei Wiedauf, Wasserrettung Villach, Lebenshilfe Ledenitzen, Kulturhof Villach.
be come pART.
Fotos der beiden Interventionen im Juli und Oktober mit „Die Neuen“
Mehr Fotos von UND/I gibt es hier zu sehen.
