ABWUNDERUNG

schau.Räume virtuell und im öffentlichen Raum

Demografisch ist Kärnten, die Bevölkerungszahl betreffend, eine schrumpfende Region. Nur dem Zentralraum Kärnten wird eine leicht steigende Einwohnerzahl vorausgesagt. Aus ganz Kärnten gibt es ein sogenanntes „Brain Drain“ in andere Bundesländer, vornehmlich Wien und Steiermark. „Stirbt Kärnten aus?“ fragen Zeitungen und suchen nach Rezepten, die das verhindern sollen: „Weichenstellungen gegen Abwanderung“ wollen gefunden werden und es wird bedauert, dass es scheinbar „Nur wenig Rezepte gegen Abwanderung“ aufzufinden gibt. „Der Süden schrumpft“ also und das ist in unserer Zeit des ständigen Wachstums ein Problem. Ein Wachstum der Einwohner*innen gab es durch Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016. Als viele Flüchtlinge kamen.

schau.Räume_regional 2020 forscht künstlerisch in den Städten Ferlach/Borovlje und Spittal zum Thema Abwanderung und Einwanderung. Fragt: Wer geht und warum, wer kommt und warum? Was sind persönliche Geschichten, Bedingungen und Erwartungen, die Menschen in diesen beiden Städten bleiben oder gehen lassen bzw. ließen? Gibt es Unterschiede und Gemeinsamkeiten in diesen beiden Städten, die sich sprachlich ähneln und doch in Bezug auf die Zweisprachigkeit so verschieden sind. Wie viel weiß man voneinander?

Dabei spannt schau.Räume einen Zeithorizont, der vom Jetzt und Heute bis in das Jahr 1920 zurückreicht und nach Beweggründen sucht. Das verbindende Element zwischen den beiden Städten ist dabei der Frei.Raum Otelo, der sich in beiden Städten befindet. Dieses Otelo ist ein Offenes Technologielabor, in dem regionale Communityaktivitäten Raum bekommen und dafür genutzt werden können. 

schau.Räume virtuell:

Aufgrund der aktuellen Situation, die einen Mindestabstand von einem Meter zwischen dem Publikum erfordert, wandert schau.Räume an 3 Abenden in den virtuellen Raum ab. Sie werden (wie gewohnt) durch 5 Räume geführt und haben auch die Möglichkeit, mit den Künstler*innen, Wissenschaftler*innen ins Gespräch zu kommen. Dauer ca. 1 Stunde.

Anmeldung bitte per E-mail an:info@schau.raeume.cc oder 0650 2608195. Danach erhalten Sie einen Link, der Ihr Eintritt in die Abendveranstaltung ist.

schau.Räume analog:

3 Räume (der komm.Raum der geh.Raum und der nachbar.Raum) werden in beiden Städten vom 3.–9. bzw.12.Juli  im öffentlichen Raum und in Leerständen zu besuchen sein. Dabei handelt es sich um 3 Installationen, die täglich zwischen 16 und 19 Uhr offen stehen und darauf warten, dass Sie vorbei schauen! Außerdem wird es am 4. Juli in Ferlach/Borovlje und am 8. Juli In Spittal an der Drau jeweils zwischen 16 und 19 Uhr eine Performance zu erleben geben innerhalb des spiel.Raums, bei der jeweils die ganze Stadt bespielt wird.

TERMINE und Räume

Ab Samstag, 20. Juni täglich bis 12.Juli
INSTALLATION
nachbar.Raum (Türinstallation in  der Innenstadt Ferlach/Borovlje sowie in  der Innenstadt in Spittal an der Drau)

Donnerstag, 25. Juni
VIRTUELLE AUFFÜHRUNG
Das Publikum „wandert“ online  und interaktiv durch 5 Räume.
18 Uhr: geh.Raum, komm.Raum 2, sprach.los.Raum 1, sprach.Raum 1, warte.Raum
20 Uhr: geh.Raum, komm.Raum 2, sprach.los.Raum 1, sprach.Raum 1, warte.Raum
Voraussetzung ein Computer, sowie internet Verbindung.
Anmeldung bitte bis spätestens einen Tag vor der Veranstaltung unter info@schau.raeume.cc oder 0650 2608195

Samstag, 27. Juni
VIRTUELLE AUFFÜHRUNG
Das Publikum „wandert“ online und interaktiv durch 5 Räume.
18 Uhr. geh.Raum, komm.Raum 1, sprach.los.Raum 1, sprach.Raum 2, warte.Raum
20 Uhr: geh.Raum, komm.Raum 1, sprach.los.Raum 2, sprach.Raum 2, warte.Raum
Voraussetzung ein Computer, sowie internet Verbindung.
Anmeldung bitte bis spätestens einen Tag vor der Veranstaltung unter info@schau.raeume.cc oder 0650 2608195

Ab Freitag, 3.Juli  täglich bis 9.Juli  
INSTALLATION
in  Leerständen in beiden Städten:
Ferlach/Borovlje
geh.Raum          (Alter Bahnhof, Bahnhofstraße 6) zu besuchen täglich zwischen 16.00 – 19.00
komm.Raum      (Kirchgasse 14) zu besuchen täglich zwischen 16.00 – 19.00
Spittal an der Drau
geh.Raum          (im Bahnhof, vorm. Trafik, Südtiroler Platz) zu besuchen täglich zwischen 16.00 – 19.00
komm.Raum      (Bahnhofstraße 19) zu besuchen täglich zwischen 16.00 – 19.00

Samstag,  4.Juli
AUFFÜHRUNG
IM ÖFFENTLICHEN RAUM in Ferlach/Borvlje (Schloss Ferlach - Alter Bahnhof)
Der spiel.Raum, der sich zwischen den beiden Türinstallationen erstreckt, wird von regionalen Schauspieler*innen bespielt und lädt ein mitzuwandern und sich zu wundern. Treffpunkt Türinstallation Schloßplatz.
Aufführung zwischen 16.00 – 19.00, zu jeder vollen und halben Stunde „Einlass mit Koffer“.

Mittwoch, 8.Juli
AUFFÜHRUNG
IM ÖFFENTLICHEN RAUM in Spittal an der Drau (Schloss Porcia - Bahnhof)
Der spiel.Raum, der sich zwischen den beiden Türinstallationen erstreckt, wird von regionalen Schauspieler*innen bespielt und lädt ein mitzuwandern und sich zu wundern. Treffpunkt Türinstallation Schloßplatz.
Aufführung zwischen 16.00 – 19.00, zu jeder vollen und halben Stunde „Einlass mit Koffer“.

Freitag, 10. Juli
VIRTUELLE AUFFÜHRUNG
Das Publikum „wandert“ online  und interaktiv durch 5 Räume.
18 Uhr: geh.Raum, komm.Raum 1, hör.Raum, sprach.Raum 2, warte.Raum
20 Uhr: geh.Raum, komm.Raum 1, sprachlos.Raum 2, sprach.Raum 2, warte.Raum
Voraussetzung ein Computer, sowie internet Verbindung.
Anmeldung bitte bis spätestens einen Tag vor der Veranstaltung unter info@schau.raeume.cc oder 0650 2608195

Samstag, 11. Juli, 14 Uhr
auf.Räumen und nach.Hallen
DIESE VERANSTALTUNG WIRD AUS PRÄVENTIONSGRÜNDEN IN DEN VIRTUELLEN RAUM VERLEGT UND VERSCHOBEN. DATUM UND ZEIT WIRD NOCH BEKANNT GEGEBEN.

Sonntag 12. Juli, 14 Uhr
auf.Räumen und nach.Hallen DIESE VERANSTALTUNG WIRD AUS PRÄVENTIONSGRÜNDEN IN DEN VIRTUELLEN RAUM VERLEGT UND VERSCHOBEN. DATUM UND ZEIT WIRD NOCH BEKANNT GEGEBEN.

Räume:

komm.Raum1: Installation und Bild

 In einem kleinstädtischen Garten in Ferlach als Wurzelraum in Verbindung mit realen Ankommens- und Abwunderungsräumen werden mit textilen, textlichen und performativen Ausdrucksmitteln Inhalte zum Kommen, Bleiben und Weggehen(-müssen) transportiert, wobei auch dem Begriff „Heimat“ ein Platz eingeräumt wird. Monika Pegam, Kunsterzieherin, realisiert(e) mit dem Otelo Ferlach und mit geflüchteten Menschen verschiedene Projekte.Mitgestalter*innen: Nahid Kazimi, Susanne Aigner, Britt Egger, Marinka Mader-Tschertou

komm.Raum2: Installation und Bild

Wie erlebt man „Ankommen“. Wie haben die „Angekommenen“ es erlebt? Was hätten sie sich gewünscht – von der Bevölkerung, von der Politik? Ulrike Bernhard hat Psychologie in Salzburg studiert und eine Tischlerlehre absolviert. Sie ist als freischaffende Künstlerin tätig. Sie arbeitet in der Migrantinnenberatung Spittal und am Institut für Arbeitsmigration.Edina Karać ist im Jahr 1992 als 16-jährige mit ihrer Familie aus Bosnien geflüchtet. Sie lebt seit 1993 in Österreich. 2009 machte sie eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau und ist seit 2010 selbstständig.

geh.Raum: Multimediainstallation

Der geh.Raum spürt individuellen biographischen Geschichten nach,die zwischen einschränkendem und befreiendem Gehen schwingen. Andreas Hudelist studierte Deutsche Philologie sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften in Klagenfurt und Belgrad.  Susanne Kremer (geb. in Bremerhaven) absolvierte eine Ausbildung im Büchsenmacher-Handwerk in Ferlach und ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der AAU Klagenfurt. Mitarbeit im Team des Kunstraum haaaauch-quer, Realisierung des Projekts „Büchsing Out“ im Büchsenmachermuseum in Ferlach, (H)austellungen – Kunst-Präsentationen in privaten Räumen.

sprach.los.Raum 1: Konzert und Klang

Der Raum in Spittal wird für musikalische Kompositionen zum Thema Abwanderung und Einwanderung vom seit 2012 arbeitenden Improvisations-Duo Bruno Strobl und Nina Polaschegg genützt. Sie verwenden in ihrem Spiel neben dem puren gestrichenen und gezupften Bassklang zahlreiche Präparationen, um das Instrument neu zu denken und klangfarbliche Nuancen zu entwickeln. Nina Polaschegg studierte Musikwissenschaften, Soziologie und Philosophie in Giessen und Hamburg wo sie auch promovierte. Sie lebt als freie Musikpublizistin, Musikwissenschaftlerin und Musikerin in Wien und Seeboden. Bruno Strobl, in Klagenfurt geboren, lebt als Komponist in Wien. Verschiedene Preise und Auszeichnungen. Zahlreiche Aufführungen seiner Werke im In- und Ausland, bei vielen Festivals für neue Musik.

sprachlos.Raum 2: Konzert und Klang

Wohin gehst du? Menschen verlassen die Kirche.Das Wieso ist oft diskutiert. Orgel und Gesang im Leerraum Kirche. Ingrid Mack studierte Architektur an der TU Graz, TU Brno. Heute ist sie Mitarbeiterin im Ordinariat der katholischen Kirche Kärnten. Sie ist Initiatorin des Otelochores Ferlach. Apostolos Kallos studierte Klavier und Gesang am Nationalkonservatorium in Athen und an der Universität Mozarteum in Salzburg.Heute Lehrtätigkeit in Kärnten.

sprach.Raum 1: Vortrag und Dialog

Ein Raum, der sich dem Thema Sprache, Weitergabe und Wanderung widmet. Eine Auseinandersetzung mit (kulturellen) Identitäten und Diversität. Brain Drain in Kärnten – Jedes Jahr verlagern über 5.000 Personen ihren Hauptwohnsitz von Kärnten in andere BundesländerÖsterreichs, mit der Konsequenz eines negativen Binnenwanderungssaldos für das südlichste Bundesland. Birgit Aigner-Walder ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Kärnten.

sprach.Raum 2: Vortrag und Dialog

Ein Raum, der sich dem Thema Sprache, Weitergabe und Wanderung widmet. Eine Auseinandersetzung mit (kulturellen) Identitäten und Diversität. Einsprachig deutschsprachig aufgewachsen mit Slowenisch sprechenden Großeltern – keine ungewöhnliche Familiengeschichte in Koroška/Kärnten. Eine, die omnipräsent ist, aber über die doch nicht geredet wird. Maria Clar ist Universitätsassistentin prae doc am Institut für Gender und Diversität in Organisationen an der Wirtschaftsuniversität Wien

warte.Raum:  Storytelling und Begegnung

Dieser Raum ist als ein Begegnungsraum gedacht und gibt einer Person den Raum, Teile einer eigenen Abwunderungsgeschichte zu erzählen. Mit: Sakhidad Amiri, Kurt Gasser, Cilli Regouz, Anja Subašić, Marjan Verdel, Anja Winkler, Thomas Winkler.

hör.Raum: Live-Radioübertragung

Radio Agora 105,5 sendet live im und ist auch Teil der virtuellen Auf.Führung.

spiel.Raum: Performance

„Unsichtbares Theater“ (nach Augusto Boal) und Partizipation: Die Performance, die rund um die Türinstallation ihren Ausgang nimmt, reicht in den öffentlichen Raum der Stadt und erstreckt sich bis zum komm.Raum und geh.Raum. Das Publikum wird Teil der Performance. Künstlerische Leitung: Katrin Ackerl Konstantin, Schauspielerin, Regisseurin,Assistenz: Kerstin Anderwald Theaterpädgogische Beratung: Maria Leeb, Darsteller*innen: Max Achatz, Amalia Contarini, Alenka Hain, Martin Schinagl, Gernot Piff

nachbar.Raum: Installation und Interventionsraum

Zusätzlich zu den gestalteten Räumen werden Türinstallationen in den öffentlichen Raum gesetzt. Die Tür in ihrer schließenden oder öffnenden Funktion steht hier für das Aufmachen von virtuellen und realen nachbar.Räumen. Sie lädt freistehend und völlig wandlos dazu ein, gewohnte Wahrnehmungen von „Raum“ neu zu erleben. Barbara Ambrusch-Rapp ist freischaffende Multimediakünstlerin und Kulturarbeiterin. Sie lebt und arbeitet in Velden.

 

Unterstützt wird das Projekt durch Carinthija 2020, BMKÖS, Land Kärnten, Bund und Europäische Union, LAG: Nockregion und Region Unterkärnten Carnica, die Städte Ferlach/Borovlje und Spittal an der Drau und die Otelos in diesen Städten.


schau.Räume_regional ist eine Intervention zu einem marginalisierten Thema in mehreren Leerständen einer Stadt, welche regional von Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und  NGO's, die zur gewählten Thematik arbeiten, bespielt werden. Eine genaue Beschreibung des Formats schau.Räume_regional finden Sie hier.