Was ist schau.Räume?

schau.Räume ist ein internationales interdisziplinäres Performanceformat zu  einem gesellschaftlichen Tabuthema in leerstehenden Räumen. Dabei stellt es durch Intervention und Partizipation einen zeitgenössischen Diskurs her. Es wurde seit 2011 von Katrin Ackerl Konstantin und Rosalia Kopeinig entwickelt.

schau.Räume verfolgt den Gedanken nach, dass Räume gesellschaftliche Verhältnisse reflektieren, indem sie diese „repräsentieren“, „negieren“ oder „bestreiten“, „umkehren“ oder „wenden“ (vgl. Foucault). Leer stehende Räume - die wir mit der schau.Räume Intervention nutzen - sind mit Bedeutungen aufgeladen, die durch diese neue Besetzung interim in ihrem heterotopischen Potenzial genutzt werden können und dadurch Freiräume als Handlungsräume generieren.

Performativität ist ein Stil, der sich aus der Alltäglichkeit konstruiert und auch innerhalb derer stets neue bekräftigt wird. Die Gesellschaft tradiert gemäß einem Ritual jene „Akte“ (vgl. Butler) und sanktioniert oder tabuisiert sie. Das Ritual ist dadurch einerseits Vorbild, aber vor allem der Hauptcharakter des Aktes selber. Die Performance greift jene Performativität auf und überführt diese in ein ästhetisches Drama, welches dann in einem reziproken Verhältnis steht (vgl. Schechner und Turner).

Das Publikum der schau.Räume bewegt sich, begleitet von sogenannten Guides, welche Repräsentantinnen des jeweiligen schau.Räumethemas sind, in kleinen Gruppen durch leer stehende Räume und erlebt darin Installationen, Vorträge und Performances die um eine bestimmte Thematik kreisen und von KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und zivilgesellschaftlichen Akteuren gestaltet werden. Das Publikum wird in kleinen Gruppen von zwei bis zehn Personen durch verschiedene schau.Räume geführt. Die Lebensgeschichten und erlebten Geschichten der Guides, die das Publikum begleiten, bilden einen roten Faden in der Begegnung und Begleitung zu den einzelnen Räumen. Der Prozess wirkt sich auch auf BewohnerInnen und Geschäftsleute in der Straße, im umgebenden Raum aus und wird zum Begegnungsraum zwischen AkteurInnen und Interessierten (Bourriaud).

Mittels artistic research und Biografieforschung werden die Auswirkungen der schau.Räume beforscht. Weiters wurde eine quantitative Studie mit dem Fokus auf Empowerment durchgeführt.

 

schau.Räume aktuelle Weiterentwicklung:

Aus den vorangegangenen Modellen schau.Räume 11 und schau.Räume 12, welche die Bespielung von 19 öffentlichen und privaten Räumen als interdisziplinäre Performance ermöglichte, sowie wissenschaftlichen Forschungen (Universität Klagenfurt) Publikationen (Drava, Transcript, Springer) und Preise (Prämie des BmUKK anlässlich des outstandingaward für Interkulturalität) zur weiteren Folge hatten, ergaben sich für die Fortsetzung des Formats schau.Räume folgende inhaltliche Varianten.

Diese Differenzierungen wurden wie folgt festgelegt

  1. schau.Räume_lokal, beinhaltet einmalige Interventionen im öffentlichen Raum oder eine Performance in einem Leerstand.
  2. schau.Räume_regional, umschreibt ein regionales Projekt, welches sich an das Modell von schau.Räume 11/12/15 angleicht.
  3. schau.Räume_global, erweitert bei inhaltlicher Konformität innerhalb des Formats das Modell auf globaler Ebene, indem es einen schau.Raum in einem anderen Land möglich macht und durch einen Kulturaustausch auch in Österreich sichtbar macht.
  4. schau.Dein.Raum beinhaltet die Möglichmachung einer kontinuierlichen Arbeit von Vereinen zu einem Thema, welches eine solche inhaltliche Leerstelle darstellt.