Biographical fempath 1 und 2

8. März 2019


fempath 1

Am Internationalen Frauentag werden beim Biographical fempath 1 acht historische Persönlichkeiten Villachs ihre Geschichten erzählen.
Dabei werden die historischen Frauen:
Elisabeth Eipek-Dinzl, Rosa Ermacora, Gertrude Gabler, Maria Gornik, Dora Kircher, Marie Leopold, Mathilde Martens und Anna Neumann als Living Sculptures
von acht Künstlerinnen in Szene gesetzt. Dies geschieht als performte Lebensgeschichte ausgehend vor dem Haus oder in der Straße, wo die Frau wirkte und mündet in einer Abschlussperformance am Hauptplatz Villach.
Mit: Amrei Baumgartl, Amalia Contarini, Katrin Ackerl Konstantin, Maria Leeb, Andrea Pörtsch, Barbara Ambrusch-Rapp, Jana Thomaschütz und Isabella Weger.

Ort und Zeit an verschiedenen Originalschauplätzen mit einzelnen historischen Biografien
von 10.00 bis 11.00:

10:00 fempath von der Richard-Wagner-Straße, HTL bis zum Parkhotel und ab 10:20 Stadtrundfahrt mit dem Auto mit Gertrude Gabler (siehe Stadtplan P1)
10:00 fempath vom Kaffee Greißlerei, Völkendorferstr. 1 bis in die Innenstadt mit Anna Neumann (siehe Stadtplan P2)
10:00 fempath vom Haus der künstlerischen Begegnung St. Martin bis in die Innenstadt mit Rosa Ermacora (sieh Stadtplan P3)
10:00 fempath vom Dinzlschloß bis in die Innenstadt mit Elisabeth Eipek-Dinzl (siehe Stadtplan P 4)
von 11.00 bis 12.00:
11:00 fempath von Weißbriachgasse über Hauptplatz zur Köllpassage mit Maria Gornik (siehe Stadtplan P5)
11:00 fempath am Hauptplatz( Höhe Kreis Apotheke) mit Mathilde Martens 11:00 (siehe Stadtplan P6)
11:00 fempath am 8. Mai Platz mit Marie Leopold (siehe Stadtplan P7)
11:00 fempath vom Kaiser-Josef-Platz über Karlgasse, Hauptplatz und Rathausgasse mit Dora Kircher (siehe Stadtplan P8)
von 12:00 bis 13:00 mit allen 8 historischen Biografien am Hauptplatz, Rathausplatz und 10. Oktoberstraße. (Siehe Stadtplan P1-8)

Nähere Informationen zu den historischen Biografien:

Elisabeth Eipek-Dinzl (1878-1944)
Elisabeth Eipek-Dinzl war die Eigentümerin und Verwalterin des Dinzlschlosses in Villach. Sie war eine kunstsinnige Frau und sozial engagiert. In ihrem Testament veranlasste sie unter anderem den Bau eines Kinderheims, einer Heilstätte für Kriegsopfer und eines Tierschutzhauses. (Schmidt Alexandra,  (2014). "Es ist mein ausdrücklicher Wunsch ..." Edle Spenderinnen. In A. Schmidt (Hg.), Drautöchter (2014) (S. 80-82), Klagenfurt/Celovec: Johannes Heyn Verlag.)

Anna Neumann (1535-1623)
Anna Neumann war eine Unternehmerin im Villach des 16. bzw. 17. Jahrhunderts. Sie war sechsmal verheiratet. Anna Neumann war durch ihren wirtschaftlichen Erfolg und ungewöhnlichen Lebenswandel immer wieder mit Gerüchten und Verleumdungen konfrontiert. (vgl. Schmidt, Alexandra (2014). "Überall wo die Neumanin begütert war ..." Anna Neumann. In A. Schmidt (Hg.), Drautöchter (2014) (S. 36-39), Klagenfurt/Celovec: Johannes Heyn Verlag.)

Mathilde Martens (1834-1911)
Mathilde Martens wurde 1834 auf Schloss Kellerberg bei Villach geboren. Sie wuchs in einer künstlerisch aktiven Familie auf. Ihr eigenes Schaffen als Malerin etablierte sie nach und nach, vor allem nach 1870. Mathilde Martens war eine für ihre Zeit unkonventionelle Frau. Ab 1876 verdiente sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder als Restauratorin in Wien. (vgl. Schmidt, Alexandra (2014). "Eine energische Frau und tüchtige Bildnismalerin ..." Mathilde Martens. In A. Schmidt (Hg.), Drautöchter (2014) (S. 75-79), Klagenfurt/Celovec: Johannes Heyn Verlag.)

Rosa Ermacora (1885-1957)
Rosa Ermacora wurde in Ljubljana geboren und war als Lehrerin in Villach tätig. Sie war Leiterin der Volksschule in St. Martin. Rosa Ermacora war auch künstlerisch aktiv. 1970 fand eine Kollektivausstellung ihrer Werke im Künstlerhaus in Klagenfurt statt. (vgl. Anton Kreuzer: Kärntner Biographische Skizzen, Klagenfurt 1995)

Maria Gornik (1900-1942)
Maria Gornik wurde im heutigen Polen geboren und war Jüdin. 1920 heiratete sie Wilhelm Gornik und lebte ab diesem Zeitpunkt in Villach. Maria Gornik war vor allem ab 1938 massiven antisemitischen Ressentiments ausgesetzt. Sie wurde mehrmals von der Gestapo verhaftet und 1941 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Von dort kam sie 1942 nach Auschwitz, wo sie am 16. Oktober ermordet wurde. (vgl. Rettl, Lisa; Schmidt, Alexandra (2014). "Du kannst dir kaum meine Verzweiflung vorstellen ..." Maria Gornik. In A. Schmidt (Hg.), Drautöchter (2014) (S. 194-205), Klagenfurt/Celovec: Johannes Heyn Verlag.)

Dora Kircher (1881-1953)
Dora Kircher war im Jahr 1919 eine der ersten Frauen in den Villacher Gemeindeausschüssen. Sie war ab 1918 Vorsitzende des Aktionskomitees der freien politischen Frauen in Villach und war auch Mitglied der Sozialdemokratischen Partei.1921 war sie die erste Villacherin im Kärntner Landtag. (vgl. Schmidt, Alexandra (2014). "Wir gehen vorwärts, trotz alledem und alledem!" Aufbrüche und Einbrüche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunders. In A. Schmidt (Hg.), Drautöchter (2014) (S. 155-168), Klagenfurt/Celovec: Johannes Heyn Verlag.)

Gertrude Gabler (1923-2012)
Gertrude Gabler machte als eine der ersten Frauen in Villach eine Ausbildung im Hoch- und Tiefbau. Sie besuchte zunächst die Handelsschule, konnte sich aber später für die Baubranche begeistern. Ihre Ausbildungs- und Arbeitssituation war schwierig, denn sie hatte als Frau in dieser Männerdomäne mit Vorurteilen zu kämpfen. (vgl. Schmidt, Alexandra (2014). "Einmal beweise, dass man es kann!" Gertrude Gabler. In A. Schmidt (Hg.), Drautöchter (2014) (S. 169-171), Klagenfurt/Celovec: Johannes Heyn Verlag.)

Marie Leopold
Mit der Saison 1900/1901 übernahm die Wienerin Marie Leopold die Direktion der beiden Theater in Villach und Klagenfurt. Alleine in dieser Saison inszenierte sie 111 Bühnenstücke. Die Kritiken für ihre Arbeit waren weitgehend positiv. Im April 1908 beendete sie ihre Tätigkeit als Theaterdirektorin, da sie sich mit den Stadtgemeinden über den Vertrag nicht einigen konnte. (vgl. Schmidt, Alexandra (2014). "Die Gunst des Publikums ist wandelbar ..." Frauen im Theater. In A. Schmidt (Hg.), Drautöchter (2014) (S. 149-154), Klagenfurt/Celovec: Johannes Heyn Verlag.)


fempath 2

Am internationalen Frauentag führen beim Biographical fempath 2 acht Frauen zu Orten in der Stadt, die für ihre eigenen Lebensgeschichte relevant sind.
Mitwirkende: eine ehemalige Polizistin, eine Schneidermeisterin, eine Religionslehrerin, eine Innenausstatterin, eine Schauspielerin, eine Sportwissenschaftlerin, eine Arbeitssuchende und eine Jugendliche. Die Themen in den Geschichten kreisen um Queerness, Schönheitsideale, religiöse Vielfalt, feministische Sichtweisen, Sexualität u.a.
Ort und Zeit: Treffpunkt Kaiser Josef Platz, Villach 17.00 (Gebärdensprache), 17.30 (Englisch), 18.00, 18.30, 19.00, 19.30, 20.00 und 20.30. Führungen in Deutsch, Englisch und Gebärdensprache. Gruppengröße: max. 10, Reservierungen: 0650 2608195

Anliegen und Interesse beider Interventionen im öffentlichen Raum sind die Sichtbarmachung von marginalisierten und nicht sichtbaren Biographien und Auslassungen in Bezug auf einen historischen Blickwinkel aber auch in Bezug auf heutige Repräsentationen.

Gefördert von: Bundeskanzleramt, Land Kärnten Kultur, Stadt Villach Kultur, Stadt Villach Frauen, Soroptimistclub Villach